Wie uns Haltungsjournalisten und Digitalkonzerne in eine autoritäre Republik steuern

Veröffentlicht in: Gesellschaft, Medien | 0
#allesdichtmachen Jan Josef Liefers
Screenshot des YouTube-Videos #allesdichtmachen von Jan Josef Liefers / © allesdichtmachen.de

Die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt: “Wenn ein Mensch sich allen anderen überlegen fühlt, wenn er weder Kritik noch Widerspruch zulässt, bezeichnet man ihn als autoritär“. So nehme ich leider viele Vertreter der großen Medien wahr. Ein Haltungsjournalismus hat sich breit gemacht, bei dem Journalisten davon überzeugt sind, zu wissen was richtig oder falsch ist. Sie vermischen Berichterstattung mit der eigenen Meinung und engagieren sich so für ihre politische Sichtweise.

Die Corona-Pandemie macht viele gesellschaftliche Fehlentwicklungen transparent. Die Reaktion der meisten etablierten Medien auf die Satire-Videos #allesdichtmachen von 53 Schauspielern, die damit die Corona-Politik und die Medien kritisieren, macht den autoritären Trend in Deutschland sehr deutlich. Anstatt sich inhaltlich mit den einzelnen Beiträgen auseinanderzusetzen, holten die meisten Leitmedien die Corona-Leugner- und AfD-Keule heraus.

Wer die Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk verfolgte, konnte feststellen, dass die Hauptargumentation gegen die Satire-Videos darin bestand, dass die Schauspieler Applaus von der falschen, der politisch rechten Seite, erhielten. Sollte sich die AfD demnächst für den Ausbau der erneuerbaren Energien aussprechen, werden die Haltungsjournalisten von ARD und ZDF sich wohl für den Ausbau von Kohlekraftwerken und Kernenergie einsetzen.

Unterstützung erhielten diese Leitmedien auch von dem Digitalkonzern Google. Als ich gestern, am Samstagmorgen (2 Tage nach Veröffentlichung der Videos), auf YouTube den Suchbegriff “Jan Josef Liefers allesdichtmachen” eingab, wurde das Originalvideo des Schauspielers nur noch auf Suchergebnisposition 6 angezeigt, es hatte zu diesem Zeitpunkt schon mehr al 1,1 Millionen Aufrufe. Als ich heute, am Sonntagmorgen, den gleichen Suchbegriff auf YouTube eingab, war der Direktaufruf dieses Originalvideos gar nicht mehr unter den ersten 100 Suchergebnissen zu finden.

Wer Erfahrungen mit Googles Suchalgorithmen hat, der weiß, dass beide Suchergebnisse ungewöhnlich sind und diese Ergebnisse eigentlich nur durch ein aktives Eingreifen der YouTube-Redaktion erzielbar sind. Auch dem Journalisten Boris Reitschuster ist dieser Angriff des Digitalkonzerns auf die Meinungsfreiheit aufgefallen. Für Ihre eigenen Recherchen habe ich Ihnen einige Verlinkungen mit weiterführenden Informationen zu diesem Thema aufgelistet:

Eine eigene Meinung muss man sich in Deutschland wirtschaftlich leisten können, denn anders hält man den Shitstorm der großen Medien nicht aus, der über die kritischen Schauspieler hinwegrollte. Ich bin gespannt, wer von den Schauspielern demnächst bei der Auftragsvergabe der Medienproduzenten gemieden wird. Ein von Garrelt Duin, Mitglied des WDR-Rundfunkrats, später wieder gelöschter Beitrag auf Twitter, mit dem er berufliche Konsequenzen forderte, zeigt, dass sich eine hinterhältige Cancel Culture in Deutschland ausgebreitet hat. Offenbar haben wir Deutschen nicht genug aus unserer Vergangenheit gelernt.

Den 53 Schauspielern, egal wie lange sie dem Shitstorm Stand gehalten haben, möchte ich gerne folgendes sagen: Danke!