Werteorientierter Journalismus in der ARD – Qualitätsjournalismus war gestern

Veröffentlicht in: Medien | 0

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat den Auftrag, seine Zuschauer und Zuhörer umfassend und ausgewogen zu informieren. Wer für die ARD oder das ZDF arbeitet ist diesem Programmauftrag verpflichtet. Im Rundfunkstaatsvertrag steht:

“Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.”

§ 11 Absatz 2 des Rundfunkstaatsvertrags

Vielen Mitarbeitern und Führungskräften des öffentlich-rechtlichen Rundfunks scheint diese im Rundfunkstaatsvertrag festgelegte Pflicht zur Ausgewogenheit und Unparteilichkeit jedoch nicht zu passen. Sie sind offenbar von ihrem eigenen Sendungsbewusstsein so überzeugt, dass sie eine journalistische “Parteinahme” für legitim halten. Diesen Standpunkt vertritt beispielsweise der Journalist Georg Restle im WDR-Magazin “print”:

Restle ist Leiter des ARD-Politmagazins Monitor und fordert dazu auf, sich von dem “Neutralitätswahn” zu verabschieden. Er gesteht damit den journalistischen Weg weg von der Neutralität ein und fordert seine Kollegen dazu auf, durch “Parteinahme” den öffentlich-rechtlichen Programmauftrag zu ignorieren. Mit seinem Artikel macht Georg Restle deutlich, dass er sich und den journalistischen Kollegen zutraut, zu wissen, welche Sichtweise die “richtige” ist. Er nennt dies einen werteorientierten Journalismus.

Einen werteorientierten Journalismus gab es auch in der DDR. Dort haben Journalisten die sozialistischen Werte der SED vertreten. Am Beispiel des folgenden Artikels des Südwestrundfunks (SWR) möchte ich Ihnen zeigen, was werteorientierter Journalismus konkret bedeutet. Lesen Sie dazu zunächst den Artikel des SWR:

Den Journalisten des SWR unterstelle ich hier, davon überzeugt gewesen zu sein, was “richtig” ist. Aus dieser Haltung heraus war es offenbar gar nicht nötig, sich die Geschichte aus der Perspektive der vermeintlichen “Querdenker” anzuhören, die den Flutopfern in der Schule in Bad Neuenahr-Ahrweiler geholfen haben. Hätten die Mitarbeiter des SWR das gemacht, hätten diese folgendes erfahren:

So konstruieren Journalisten der ARD durch den Verzicht auf Neutralität ihre eigene Medienwirklichkeit, die mit der erfahrbaren Realität immer weniger zu tun hat.