Was Journalisten können sollten

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Journalistin

Im März 2020 erschien die dritte Auflage von “Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus”. Der Rowohlt Taschenbuch Verlag veröffentlicht eine lesenswerte und aufschlussreiche Leseprobe, in der unter anderem erläutert wird, warum die Gesellschaft bessere Journalisten braucht:

Über den heutigen Journalismus schreiben die Autoren Wolf Schneider und Paul-Josef Raue: “Was indessen höchst unzulänglich funktioniert, ist die Art, wie die Journalisten die wichtigere ihrer Aufgaben wahrnehmen: ihre Mitbürger gescheit zu informieren. Hier lag von jeher viel im Argen; im Zeitalter der Info-Fetzen auf unzähligen Kanälen aber wird aus der Schwäche eine Katastrophe.”

Die beiden Autoren sind der Meinung, dass sich guter Journalismus aus den vier Quellen Begabung, Charakter, Wissen und Handwerk speist. Ein guter Journalist braucht aus Ihrer Sicht fünf Charaktereigenschaften:

  • Neugier auf alles was geschieht
  • Streitlust, “lieber soll er Zwietracht säen als versöhnliches Geschwätz zu produzieren”
  • Rückgrat soll er haben und bereit sein sich Feinde zu machen
  • Misstrauen, “eine zu selten geübte Königstugend”, soll er haben
  • und frei von Hochmut sollte ein Journalist sein

Als Beispiele für mangelndes Misstrauen von Journalisten werden die Berichterstattung über den Rinderwahnsinn (BSE) von 2001 und die Schweinegrippe von 2010 genannt. Beide Seuchen seien “nicht durch Viren und Bazillen, sondern durch Journalisten verbreitet worden.” An BSE starb in Deutschland kein Mensch und an der Schweinegrippe starben weit weniger Menschen als an der Wintergrippe. Bei der Schweinegrippe seien frühzeitig Indizien aufgetaucht, “dass die Pharma-Industrie hier eine Hysterie anheizte, um sich Milliarden in die Taschen zu schaufeln.”

Behalten Sie diese Ausführungen im Hinterkopf und urteilen Sie selbst, welche Journalisten die genannten Eigenschaften mitbringen.