Warum die NATO in Afghanistan scheiterte

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Afghanistan US-Soldaten
Archivfoto: Soldaten

Am 11. September 2001 wurden vier Verkehrsflugzeuge von Terroristen entführt, zwei davon wurden von den Tätern in die Türme des World Trade Centers in New York gelenkt. Bei den Anschlägen starben fast 3.000 Menschen. 15 der 19 mutmaßlichen Attentäter kamen aus Saudi-Arabien, keiner der Attentäter war Staatsbürger Afghanistans. Die Terroranschläge führten zum Krieg gegen Afghanistan, wo sich Osama Bin Laden versteckt hielt, dessen Auslieferung den USA, in den beiden Jahren vor den Terroranschlägen, mehrfach angeboten wurde.

Nach 20 Jahren ist die Bilanz der westlichen Kriegsparteien verheerend. Der Krieg in Afghanistan kostete 240.000 Menschen das Leben, darunter 3.500 ausländische Soldaten. Die ursprünglich bekämpfen Taliban haben die Macht in Afghanistan übernommen. Die von den USA angeführte Besetzung Afghanistans ist damit gescheitert. Um die Ursachen dieses Scheiterns besser zu verstehen, biete ich Ihnen die folgenden Artikel zur Vertiefung an.

Der ehemalige CIA-Agent Robert Baer stellt fest, dass seit dem Triumph der Alliierten über Deutschland und Japan kein einziger Krieg der USA nachhaltig gewonnen wurde. Er meint, dass die Prophezeiungen vieler namhafter Experten, wonach der “War on Terror” von Anfang an falsch konzipiert war, sich nun nach 20 Jahren bestätigt hätten.

“In den Talk-Shows über Afghanistan offenbart sich eine skandalöse Diskrepanz zwischen den nüchternen, meist pessimistischen Aussagen all derer, die sich an Ort und Stelle aufhielten und in engem Kontakt mit der dortigen Bevölkerung lebten – darunter befinden sich auch die Repräsentanten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz -, und einer Riege von besserwisserischen, beschwichtigenden Politikern jeder Couleur, die sich krampfhaft an getürkte Statistiken und folgenschwere Fehleinschätzungen klammert. Die traurige Realität am Hindukusch wird in Berlin konsequent negiert.”

Peter Scholl-Latour in dem Buch “Zwischen den Fronten: Erlebte Weltgeschichte” (2007)

Eric Gujer meint, dass dem Westen mehr Bescheidenheit gut täte, sonst werden weitere Niederlagen folgen.

Tipp: Ein Afghanistan-Veteran berichtet