Russlands Ziele in der Ukraine

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Panzer
Archivfoto: Panzer

Vor ungefähr fünf Wochen griff Russland die Ukraine an. Seitdem herrscht dort ein schrecklicher Krieg. Unsere Leitmedien verbreiten das Narrativ vom gescheiterten Blitzkrieg. Demnach ist es Wladimir Putin nicht gelungen, seine Ziele zu erreichen. Prof. Gunnar Jeschke hat eine andere Sichtweise auf den Ukraine-Krieg. Sie finden seine Analyse in dem folgenden Artikel.

Gunnar Jeschke glaubt, dass die Diskussion im Westen von einem Denken geprägt ist, dass die Absichten und Fähigkeiten Russlands gefährlich unterschätzt. Seiner Meinung nach verfolgt Russland mit dem Ukraine-Krieg folgende Ziele:

  1. Eine Schwächung des Westens
  2. Eine nur vorübergehende Belastung der russischen Wirtschaft
  3. Eine nur vorübergehende Bindung militärischer Ressourcen
  4. Die Sicherung der Krim als Basis für die Schwarzmeerflotte
  5. Die Errichtung befreundeter Pufferstaaten im Donbass

Demnach geht es nicht um eine Auseinandersetzung mit der Ukraine sondern um eine Auseinandersetzung mit dem Westen.

Das frühe Erscheinen russischer Luftlandeeinheiten in der Nähe von Kiew hält Prof. Jeschke für eine geplante Täuschungsaktion des russischen Militärs. Damit hat Russland eine Konzentration ukrainischer Truppen verhindert und es damit erleichtert, eine Landbrücke zwischen Russland und der Krim herzustellen. Diese Landbrücke wird gesichert sein sobald Mariupol vom russischen Militär kontrolliert wird.

Des Weiteren verfolgt Russland nach Ansicht von Jeschke das Ziel, Faustpfänder für Friedensverhandlungen unter seine Kontrolle zu bekommen. Damit soll die Ukraine dazu gebracht werden, eigentlich unerträgliche Forderungen zu akzeptieren. Jeschke kommt zu dem Schluss, dass Russland nach einem Monat seine Ziele weitgehend erreicht hat.

Gunnar Jeschke ist der Ansicht, dass sich Russland schon lange auf die Auseinandersetzung mit dem Westen vorbereitet hat. Dazu gehört auch die Reduzierung westeuropäischer Erdgasreserven. Sehr wahrscheinlich ist Russland sogar darauf vorbereitet, den Export von Gas und Öl nach Westeuropa vollständig zu stoppen. Seiner Meinung nach schaden die Sanktionen Europa deutlich mehr als Russland.

Prof. Jeschke ist überzeugt, dass sich nicht nur die Ukraine im Krieg mit Russland befindet sondern dass sich der gesamte Westen in einem hybriden Krieg mit Russland befindet.