Propaganda-Leitsätze der U.S. Army

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Soldat U.S. Army

Vor wenigen Tagen wurde ich auf ein Dokument der U.S. Army zur Kommandoausbildung der US-Bodentruppen aus dem Jahre 2012 aufmerksam. Dort fand ich einen interessanten Abschnitt zur Steuerung der öffentlichen Meinung und der strategischen Erzählung in den Medien:

“Mit der Unmittelbarkeit der globalen Kommunikation über Informations- und Kommunikationstechnologien nimmt die Bedeutung eines schnellen und glaubwürdigen Wahrnehmungsmanagements exponentiell zu. In der Vergangenheit konnten die beteiligten Akteure, wenn sich ein Ereignis nicht verbergen ließ, Informationen langsam und auf die von ihnen gewählte Weise preisgeben. Mit zunehmender Transparenz und der Ermächtigung der Akteure gewinnt nicht mehr derjenige, der seinen Fall am besten erklärt, sondern derjenige, der ihn zuerst erklärt. Die Fähigkeit, sich für ein Narrativ zu entscheiden und es rechtzeitig in die Öffentlichkeit zu bringen, ist von größter Bedeutung: Das zuerst präsentierte Narrativ wird als maßgebend angesehen, und diejenigen, die andere Ansichten vertreten, werden automatisch in die Defensive gedrängt – sie müssen hoffen, ihr Zielpublikum von der Richtigkeit ihrer Ansicht und der Falschheit der anderen zu überzeugen, während die Vertreter des ersten Narrativs keine solchen Schwierigkeiten haben. Dies hat starke Auswirkungen sowohl auf die politischen als auch auf die militärischen Variablen, da moderne Regierungen und Militärs in der Regel durch irgendeine Form von Genehmigungskette eingeschränkt sind, die ihre Fähigkeit, schnell auf Ereignisse zu reagieren, einschränkt, während ihre Gegner keine solchen Einschränkungen haben.”

Quelle: Operational Environment to 2028: The Strategic Environment for Unified Land Operations, August 20, 2012, Training and Doctrine Command (TRACOC)-G2, übersetzt mit Hilfe von DeepL.

Mit Hilfe der sozialen Medien und dem weit verbreiteten Mikrofonständer-Journalismus formt das US-Militär so die öffentliche Meinung, bevor kritische und sorgfältig recherchierende Journalisten eine andere Sichtweise aufzeigen können.

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