Das Schweigekartell zur NATO-Truppenverlegung an die Grenze zu Russland

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NATO Flugzeug
Archivfoto: AWACS-Aufklärungsflugzeug der NATO

Zu Beginn ein kurze Satire. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hat angesichts der massiven Verlegung von NATO-Truppen an die Grenze zu Russland scharfe Sanktionen gegen die USA und weitere NATO-Staaten ins Gespräch gebracht. Die NATO setzt ihren “Kurs der gefährlichen Provokationen fort”, sagte von der Leyen. Ein weitgehendes Einfrieren von Konten der Mitglieder der US-Administration und ein Abtrennen der Vereinigten Staaten, Großbritannien und Kanada vom SWIFT-Zahlungssystem müsse “im Eskalationsfall eine Option sein”, so von der Leyen. Auch das Projekt der Ostseepipeline Nord Stream 2 “müsse nun beschleunigt fertig gestellt werden, um der NATO ihre Grenzen aufzuzeigen”, sagte die Kommissionspräsidentin. Ende der Satire.

Nicht alles in der Satire war erfunden. Eine massive Verlegung von NATO-Truppen an die Grenze zu Russland findet in diesen Wochen (von März bis Juni 2021) im Rahmen des NATO-Manövers DEFENDER-Europe 21 ganz real statt. An diesem Manöver nehmen ungefähr 28.000 Soldaten, zu einem großen Teil US-Streitkräfte, mit schwerem Kriegsgerät teil. Die Details können Sie dem folgenden Artikel und dem Video der U.S. Army entnehmen.

Während die Verlegung russischer Truppen innerhalb von Russland von unseren Leitmedien scharf kritisiert wird (Beispiel 1, Beispiel 2) und EVP-Fraktionschef Manfred Weber sich deshalb für neue Sanktionen gegen Russland stark macht, wird das NATO-Manöver DEFENDER-Europe 21 an der russischen Grenze von unseren Leitmedien verschwiegen. So etwas nennt man einseitige Berichterstattung.

Übrigens wird die Website der NATO auch schon in der Sprache Ukrainisch angeboten, obwohl die Ukraine gar nicht zu den NATO-Mitgliedsstaaten gehört.