Ist das Qualitätsjournalismus?

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Wuhan

Ob das neuartige Corona-Virus seinen Ursprung auf einem chinesischen Tiermarkt nahm oder ob ein Laborunfall in der chinesischen Stadt Wuhan der Auslöser für die Corona-Pandemie war, werden wir wahrscheinlich niemals sicher erfahren. Es mehren sich aber die Hinweise, dass ein Laborunfall in Wuhan durchaus wahrscheinlich sein könnte, wie beispielsweise die Neue Züricher Zeitung, die Tagesschau aber auch Der Spiegel vor einigen Tagen berichteten.

Diese Laborunfall-Theorie wurde in der Vergangenheit von Donald Trump vertreten. Im Februar 2021 veröffentlichte Prof. Roland Wiesendanger eine Studie, die einen Laborunfall als wahrscheinliche Option bezeichnete und auf die Gefahren der Forschung zur Manipulation von Viren aufmerksam machte. Die Universität Hamburg schrieb damals in ihrer Pressemitteilung zu dieser Studie, dass diese keine hochwissenschaftlichen Beweise liefere, wohl aber zahlreiche und schwerwiegende Indizien.

Ich habe Ihnen nachfolgend den damaligen Artikel aus der Spiegel-Redaktion zu dieser Studie verlinkt. Beurteilen Sie selbst, ob sie diesen Artikel für Qualitätsjournalismus halten oder eher für einseitige Berichterstattung oder die persönliche Meinung einer Journalistin. Achten Sie dabei darauf wie Behauptungen nachgewiesen werden, welche Quellen verwendet werden, ob und wie auf die Inhalte der Studie eingegangen wird und ob und wie Prof. Wiesendanger Stellung zu den Vorwürfen nehmen konnte.

Die Deutsche Journalisten Akademie schreibt, dass die folgenden Kriterien einen Qualitätsjournalismus kennzeichnen: Wahrhaftigkeit, Sorgfalt bei Recherche und Dokumentation, Sachlichkeit bei der Berichterstattung, Unparteilichkeit im Konfliktfall, Argumentation statt Meinungsinflation, Ausgewogenheit, Unabhängigkeit und Unbestechlichkeit sowie Vertraulichkeit.

Tipp: Behörden als Kontrolleure journalistischer Arbeit