Die Lage auf den Intensivstationen – das Versagen der Politik

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Um in der Corona-Pandemie auf weitere Lockdowns verzichten zu können, gibt es zwei wesentliche Stellschrauben, an denen die Politik ansetzen sollte. Zum einen kann durch eine massive Ausweitung von Schnelltests die Verbreitung des Corona-Virus kontrolliert werden. Zum anderen müssten die Behandlungskapazitäten auf den Intensivstationen gesteigert werden, um eine Überlastung des Gesundheitssystems bei steigenden Infektionszahlen zu vermeiden. Da hier die Menge der verfügbaren Pflegekräfte der limitierende Faktor ist, ist diese Maßnahme nicht schnell umsetzbar.

Wir befinden uns nun im 14. Monat der Corona-Pandemie. Den Sinn einer Ausweitung der COVID-19-Schnelltests haben inzwischen viele Politiker verstanden. Wenn man sich jedoch anschaut, was in den vergangenen dreizehn Monaten unternommen wurde, um die Zahl der Pflegekräfte auf den Intensivstationen zu steigern, ohne diese von anderen Stationen abzuziehen, muss ich feststellen, dass nichts Sinnvolles unternommen wurde.

Die Situation hat sich sogar noch verschlechtert, weil immer mehr Pflegekräfte durch die dauerhafte Überlastung an Erschöpfung oder Burnout leiden. Die Kündigung des Arbeitsvertrags ist da oft die einzig sinnvolle Notbremse, wie uns Krankenschwestern im privaten Bekanntenkreis berichteten. In den folgenden Artikeln erfahren Sie mehr über die Lage auf den Intensivstationen.

Krankenschwestern und Krankenpfleger haben in Deutschland keine große Lobby. So wird das Pflegeproblem in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen wohl auch in Zukunft nicht angegangen werden. Sollten die Prognosen stimmen, dass wir in Zukunft mit Corona-Virusvarianten rechnen müssen, gegen die die aktuellen Impfstoffe nicht wirken, werden wir wohl wieder einen Lockdown nach dem anderen erleben, um eine Überlastung der Intensivstationen zu verhindern. Wen interessieren denn schon die Kollateralschäden der Lockdowns?